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DK-Ehrenamtspreis für Bernie Böhm und Hans Kuffer

DK-Ehrenamtspreis für Bernie Böhm und Hans Kuffer
Artikel vom:
16.07.2009
Quelle:
Donaukurier

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Riedenburg/Altmannstein (DK) Nichts ahnend spielten die beiden Blaskapellen gestern Abend bei der Verleihung des DK-Ehrenamtspreises ihre Eröffnungsweisen. Die jungen Musiker der Vielharmonie im Unteren Altmühltal und der Schambachtaler Blaskapelle hatten tatsächlich nicht den Schatten einer Ahnung, dass sie an diesem Abend nicht nur zur musikalischen Umrahmung einer gelungenen Gala beitragen würden.

Auch die beiden Dirigenten Bernie Böhm und Hans Kuffer blickten restlos verblüfft, als Riedenburgs Bürgermeister Michael Schneider (CSU) endlich die Preisträger verriet: Der mit 1000 Euro dotierte DK-Ehrenamtspreis 2008 ging an die beiden Orchester-Leiter. Die etwa 100 Gäste in der Sporthalle der Klosterrealschule St. Anna spendeten begeistert Beifall. Der hochkarätig besetzten Jury, welche die Entscheidung traf, war zweifellos eine Überraschung geglückt.

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Doch Schneider, der selbst Mitglied in dem Gremium war, versicherte, dass das Votum einstimmig gefallen sei. In seiner Laudatio ließ der Bürgermeister keinen Zweifel daran, dass Böhm und Kuffer die Auszeichnung verdient haben.


Bild: Die Preisträger Bernie Böhm (links) und Hans Kuffer bedankten sich in ihrer kurzen Ansprache nicht zuletzt bei ihren Musikern.

Böhm habe den jungen Menschen in der Region den Zugang zur Musik eröffnet, meinte Schneider. Er schaffe die Voraussetzung, dass Jugendliche "mit Gleichaltrigen und Gleichgesinnten" in einem Orchester spielen könnten. Dabei sei die Gründung der Vielharmonie nicht einfach gewesen. Gerade einmal fünf Musiker hätten damals Interesse gezeigt. Doch inzwischen sei Böhm der Leiter einer 56-köpfigen Truppe zu der sich sogar noch ein Chor geselle.

"Sie vermitteln die Freude am Instrument, sie sorgen für ein Gefühl der Kameradschaft", lobte Schneider den Dirigenten. Das "junge und spritzige" Ensemble bereichere das Kulturleben in Riedenburg.

Ins gleiche Horn stieß Altmannsteins Bürgermeister Adam Dierl (CSU), der die Laudatio auf die Schambachtaler Blaskapelle hielt. "Sie sind ein musikalisches Aushängeschild der Marktgemeinde", betonte Dierl. Zu verdanken sei dies vor allem Hans Kuffer, der vor 17 Jahren den Dirgenten-Stab übernommen habe. Unter der Leitung des damals 18-Jährigen aus Steinsdorf habe die Kapelle einen Aufschwung genommen, der kaum für möglich gehalten worden sei. Kuffer habe rund 100 Kinder und Jugendliche zu Musikern ausgebildet, über 50 von ihnen hätten Leistungsabzeichen in Silber und Bronze erworben. Einige Musiker aus der Schule von Kuffer würden inzwischen sogar in Auswahl-Orchestern spielen, berichtete Dierl.

Doch Kuffers Herz schlage beiliebe nicht nur für die Musik. Er sei Mitglied des Steinsdorfer Pfarrgemeinderates und im Marktrat von Altmannstein. Auch hier stehe die Jugendarbeit im Zentrum von Kuffers Bemühungen.

Der Geehrte freute sich, mit seiner jungen Truppe im Steinsdorfer Dorfgemeinschaftshaus proben zu können. Er dankte vor allem auch für die Möglichkeit, Auftritte absolvieren zu können, bei denen die Musiker Erfahrung sammeln könnten. Der gebürtige Riedenburger Bernie Böhm betonte, dass er den Preis auch stellvertretend für viele Menschen, die stets fleißig im Hintergrund arbeiten würden, entgegennehme. Vor der Verleihung hatte Franz Krupka aus Mendorf, der Träger des DK-Ehrenamtspreises des Jahres 2007, den Wert des freiwilligen Engagements für die Gesellschaft unterstrichen.


"Jedermann ist aufgerufen, die Umwelt und die Heimat ein Stückchen liebens- und lebenswerter zu gestalten." Das Ehrenamt sei heute wichtiger denn je, ihm komme eine "Schlüsselrolle für die Lebendigkeit des Gemeinschaftslebens" zu. Angesichts des Mangels an Verantwortungsträgern in den Vereinen und Organisationen forderte Krupka eine "neue Kultur der Anerkennung" solcher Tätigkeiten.

"Viele Dinge in unserer Gesellschaft funktionieren nur dank des Ehrenamtes", ergänzte Georg Halbritter, der Vorstandsvorsitzende der Raiffeisenbank Riedenburg-Lobsing. Deshalb sei es höchste Zeit gewesen, im vergangenen Jahr erstmals einen solchen Preis zu stiften. Die 1000 Euro, welche die Raiffeisenbank aufbringe, seien "gut angelegtes Geld", so Halbritter. Auch in seinem genossenschaftlich organisierten Bankhaus spiele das Ehrenamt noch heute eine große Rolle. Halbritter kündigte an, dass der Preis auch im kommenden Jahr erneut gestiftet werde. Er dankte dem Riedenburger DK-Redaktionsleiter Tobias Zell für dessen Einfall, diese Ehrung ins Leben zu rufen.

Zell bezeichnete das Ehrenamt als "wichtige Säule unserer Gesellschaft". Es sei zutiefst menschlich, sich gegenseitig zu helfen – ohne dafür eine Gegenleistung zu verlangen. "Das Ehrenamt ist ein Zeichen von Menschlichkeit", sagte Zell. Doch leider gerate dies in Zeiten, die von Budget-Planungen und Kosten-Nutzen-Rechnungen bestimmt sind, zunehmend in Vergessenheit, bedauerte der Leiter der Riedenburger DK-Redaktion. Dennoch sei das Ehrenamt "ein Symbol dafür, dass eine bessere Welt möglich ist" und dass jeder etwas für andere Menschen tun könne. Nach Überzeugung von Zell trage diese Auszeichnung des DONAUKURIER maßgeblich dazu bei, das Ehrenamt in den Fokus der Öffentlich zu rücken. Die Preisträger würden dem abstrakten Begriff "Ehrenamt" ein Gesicht verleihen.

Auch die Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste bei der Gala stellte eine Würdigung der ehrenamtlich tätigen Menschen in der Region dar. In Vertretung von Landrat Hubert Faltermeier (Freie Wähler) war Vize-Landrat Gerd Merkel (CSU) gekommen. Auch Altlandrat Franz Lang ließ es sich nicht nehmen, den Preisträgern zu gratulieren. Vize-Bürgermeister Siegfried Lösch (CSU) und Stadträte aus allen Fraktionen waren ebenso anwesend wie Schwester Beatrix vom Kloster St. Anna und Rektoren von allen Riedenburger Schulen.

Zur Jury, welche den Träger des Ehrenamtspreises auserkoren hatte, gehörten neben den Bürgermeistern Schneider und Dierl auch Josef Kundler (CSU), der Bürgermeister von Mindelstetten, und sein Pförringer Amtskollege Bernhard Sammiller (CSU). Außerdem saßen der Riedenburger Ruhestandspfarrer Horst Mally, Schwester Elisabeth vom Kloster St. Anna, Ingrid Kornprobst von der evangelischen Gemeinde und die Künstlerin Olga Kulikova in dem Gremium.


Von Harald Rast