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Am Ende gingen sogar die Liedere aus

Am Ende gingen sogar die Liedere aus
Artikel vom:
04.11.2007
Quelle:
Donaukurier

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Am Ende gingen sogar die Lieder aus

Riedenburg (DK) Gelungene Premiere: Zum ersten Mal trat das Jugendorchester "Vielharmonie im Unteren Altmühltal" bei einem abendfüllenden Konzert auf – und die Zuschauer in der Dreiburgenhalle hatten am Samstagabend ihren Spaß bei den Darbietungen.

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Bild: Erhellende Vorstellung in der abgedunkelten Halle: Die Gruppe "Vielharmonie im Unteren Altmühltal" unter der Leitung von Bernhard Böhm (rechts) legte am Wochenende in der Riedenburger Dreiburgenhalle eine gelungene Konzert-Premiere hin. - Foto: Erl

Die Aufregung vor ihrem ersten großen Konzert seit Bestehen des Jugendorchesters war den jungen Leuten anzusehen. Mit angespannten Gesichtern saßen sie – und auch ein paar Erwachsene – auf der eigens erweiterten Bühne in der Dreiburgenhalle und konzentrierten sich auf den Taktstock von Bernhard Böhm.

Schambacher Eröffnung

Vor ihnen warteten nicht nur ihre Eltern und Verwandten in der drangvoll besetzten Halle auf das musikalische Ergebnis ihrer dreieinhalbjährigen Übungsphase. Zahlreiche Besucher und Ehrengäste wie Landrat Hubert Faltermeier, Altlandrat Franz Lang, die Vizebürgermeister von Riedenburg und Kelheim – Volker Süß und Raimund Fries – sowie die Rathauschefs von Ihrlerstein und Painten wollten hören, was die Jugendlichen aus ihren Gemeinden inzwischen musikalisch zu bieten haben.

In der ersten halben Stunde des Abends mussten sie sich allerdings noch etwas gedulden, denn da gehörte die Bühne dem Nachwuchs der Schambachaler Blaskapelle unter der Leitung von Johann Kuffer. Fünf Stücke lang – vom Radetzkymarsch bis zu "My secret love Song" legten die jungen Musiker die qualitative Messlatte hoch. Mit einem Intermezzo des Saxophon-Solisten Christoph Winkler zeigten sie, dass auch sie vielversprechende Talente haben.

Angekündigt vom charmant plaudernden Moderator Helmut Bauer durften dann die 42 jungen Musiker der Vielharmonie unter der Obhut des Vereinsgründers, Ideengebers und Chefdirigenten Bernhard Böhm ans Blech. Der überließ das Dirigentenpult aber erst einmal der Französin Mireille Vicogne. Auch für die Querflötenlehrerin und Anwärterin zur Dirigentenausbildung war es der erste, bravourös gemeisterte, größere öffentliche Auftritt in dieser Rolle.

Das Repertoire, das die Vielharmoniker in den dreieinhalb Jahren seit ihrer Vereinsgründung jeden Freitag – und noch am vergangenen Wochenende bei der gemeinsamen Klausur in St. Englmar – einstudiert hatten, war breit gefächert und reichte von orchestraler Blech-musik wie der Eurovisionshymne über Filmmusik (James-Bond-Theme) bis zum aus der Feder von Freddie Mercury ("Bohemian rhapsody").

Strahlender Dirigent

Bernhard Böhm war sichtlich zufrieden mit seinen Schülern. Schon nach den ersten Akkorden lag ein strahlendes Lächeln auf seinem Gesicht – nicht zu unrecht. Die Buben und Mädchen intonierten die beswingten modernen Stücke mit Leidenschaft und zeigten eine Präzision, die sonst nur von Profis verlangt werden kann. Sie füllten die Halle mit vollem Klang, wo Lautstärke gefragt war, und untermalten mit verhaltener Eleganz in den leisen Tönen. So manche volltönende Erwachsenenblaskapelle in der Region mag sich an dieser Leistung orientieren.

Dem Publikum waren die 14 Titel des offiziellen Programms nicht genug. Mit Klatschen, Fußgetrampel und Bravo-Rufen forderten sie zwei Zugaben. Eine dritte war nicht möglich, denn "jetzt sind uns die Lieder ausgegangen", gestand der Moderator.

Böhm verabschiedete sich und sein Orchester dafür ganz unkonventionell nonverbal von seinem Publikum. Nur per Gestik forderte er zur Klatsch-Konversation auf, gab ein paar Schläge vor – und die Gäste ließen sich in die Antwort gerne einbinden. In wenigen Minuten hatte der Musiklehrer die Gäste im Saal zu einem homogenen Klatsch-Ensemble geformt, das natürlich einen lautstarken Abschlussapplaus zum besten gab.

Noch während der letzten Takte auf der Bühne hatte sich die Anspannung aus den Gesichtern der jugendlichen Musiker verflogen. "Es war geil, das Publikum zum Schluss klatschen zu hören", gestanden Andreas und Lena Gresko aus Harlanden. Mit ihren Kameraden des Jugendorchesters sind sie sich einig: "Natürlich sind wir beim nächsten Mal wieder mit dabei."

Von Lorenz Erl