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Musiker ohne Berührungsängste

Musiker ohne Berührungsängste
Artikel vom:
09.11.2010
Quelle:
Donaukurier

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Riedenburg (jbd) Moderne Musik und Blasmusik passen durchaus zusammen. Das ist am Samstag beim vierten Herbstkonzert des Jugendblasorchesters der Vielharmonie in der Drei-Burgen-Halle Riedenburg deutlich geworden. Mehr als 200 Besucher verfolgten das rund zweistündige Konzert.

2010-11-09-Bild-Donaukurier"Die motivierten Musiker wollen etwas bieten", hieß es zu Beginn. Und das taten sie dann auch. Was die 41 jungen Musikerinnen und Musiker – weitere drei gehören zum Stamm, konnten aber nicht mitwirken – und ihre Dirigenten Bernhard Böhm, zugleich Vorsitzender des Vereins, und Florian Aschenbrenner, auftischten, war ein Menü aus unterschiedlichsten Musikstilen. Helmut Baur aus Kelheim fungierte auch bei der vierten Auflage als Moderator und gab zwischen den zahlreichen Musikstücken Erläuterungen dazu, ehe er abschließend sämtliche Beteiligte vorstellte. So erfuhr das begeistert Beifall klatschende Publikum etwa, dass der Welthit "New York, New York" ursprünglich für die amerikanische Sängerin Liza Minelli vorgesehen war, letztlich aber durch Frank Sinatra bekannt wurde. Oder aber, dass die "Moonlight Serenade", die das Vororchester im ersten Teil des Programms zum Besten gab, der dritte Nummer-eins-Hit von Glen Miller war und dieser viele Stücke gar nicht selbst geschrieben hat.

Nicht schlecht staunte Häuptling Böhm, wie Baur den Vorsitzenden aus Painten eingangs bezeichnete, als ihm Schriftführer Franz Weinzierl nach der Pause auf der aufwändig dekorierten Bühne einen schwarzen Mantel umhängte, eine Maske überstülpte und ihm anstelle des Taktstocks ein Laserschwert in die Hand drückte. Der Grund war das nächste Stück, die Titelmelodie aus dem Film "Star Wars", die Böhm als Darth Vader dirigieren sollte. Auch der Kinoerfolg Forrest Gump kam so zu musikalischen Ehren, ebenso wie "You’ll be in my heart" aus der Feder von Phil Collins, das dem Disney-Streifen "Tarzan" zuzuordnen ist. "Moderne Musik und Blasmusik haben keine Berührungsängste mehr", meinte der Moderator, ehe der Riedenburger Nachwuchsdirigent Aschenbrenner den Musikern im Rahmen der geforderten Zugabe zunächst "Smoke on the water" von Deep Purple entlockte, und Böhm daraufhin beim traditionellen "Egerlänger Fuhrmannsmarsch" mit viel Hingabe und Körpereinsatz den Takt vorgab. Zum Einsatz kamen sämtliche Instrumente, die ein Blasorchester ausmachen, darunter auch kraftvolle Pauken.

Riedenburgs Bürgermeister Michael Schneider und sein Stellvertreter Siegfried Lösch (beide CSU) nebst Gattinnen ließen sich den musikalischen Leckerbissen ebenso wenig entgehen wie Ruhestandspfarrer Horst Mally und zahlreiche Freunde, Bekannte, Verwandte und Musiklehrer der jungen Musiker sowie Sponsoren.

Den Musikbund von Ober- und Niederbayern vertraten der ehemalige Bezirksleiter des Musikbezirks Mittelbayern, Ludwig Fichtner aus Pfettrach, und Johann Kuffer aus Steinsdorf. Die Riedenburger Dreiburgenkönigin Andrea Lauerer und die Kelheimer Volksfestkönigin Christina Kellner waren ebenfalls gekommen.

Die festlich herausgeputzten und beim Konzert in Dirndl und Lederhosen aufgetretenen Nachwuchsmusiker seien am vorigen Wochenende noch anlässlich eines gemeinsamen Probenwochenendes in Sankt Englmar gewesen, hieß es. Im Rahmen des Herbstkonzerts war auch für das leibliche Wohl in der Pause und im Anschluss an die Veranstaltung bestens gesorgt. Ein großer Helferstab sorgte für einen reibungslosen Ablauf.

Eine Wiederholung des Herbstkonzerts dürfte es geben, denn Moderator Baur beschloss den Abend mit den Worten: "Wenn’s Ihnen gefallen hat, erzählen Sie’s weiter – wenn nicht, kommen Sie nächstes Jahr wieder, dann sind wir wieder ein Stück besser geworden."